Denkfabrik für Weltverbesserer

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Weniger Tafeln würden mehr Menschen satt machen …

26. Dezember 2009

Die Deutsche Tafel e.V. mit ihren vielen fleißigen Mitstreiter/innen, Helfer/innen, Spendern und Sponsoren sind ohne Zweifel ein wichtiger Baustein in unserer Gesellschaft. Die Tafeln sammeln „überschüssige“, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel, und geben diese an Bedürftige weiter. Gut so!

Für Geringverdiener, arbeitslose-, arbeitsunfähige-, gebrechliche- und alte Menschen sind die Tafeln eine große Hilfe und Unterstützung. Keine Frage. Unter den Bedürftigen sieht man aber auch viele arbeitsfähige Menschen, die den Service der Tafeln in Anspruch nehmen (müssen). Für uns ein Misstand. Würde in unserer Gesellschaft mehr Solidarität und Hilfe zur Selbsthilfe angeordnet werden, könnten viele von denen, die regelmäßig die Hilfe der Tafeln in Anspruch nehmen, selbst etwas für ihren Lebensunterhalt und so auch für ihr Selbstwertgefühl tun.

Eine Idee, mit der wir mehr Menschen vom Rand der Gesellschaft in die Mitte holen könnten, wären Patenschaften zwischen Unternehmen, aber auch Privatpersonen und den Hilfebedürftigen. Arbeitsfähige „Tafel-Gänger“ könnten doch einem Unternehmen oder einem Privathaushalt (ihrer Wahl?) kleine Botengänge, Handreichungen und sonstige Hilfen (Laub fegen; Schnee schieben; Unkraut zupfen; Blumen gießen; den Hund ausführen, etc. pp.) anbieten, um etwas Geld in die Tasche zu bekommen, mit dem Lebensmittel oder Kleidung gekauft werden kann. 5 oder 6 Euro die Stunde wären doch angemessen. Oder?

Wir sind überzeugt, dass nicht wenige Unternehmen, aber auch viele Privathaushalte einem arbeitsfähigen (und arbeitswilligen?) Bedürftigen aus ihrem Umfeld für 3 oder 5 Stunden in der Woche diese Hilfe zur Selbsthilfe anbieten würden. Und auf 5 oder 6 Stunden die Woche sollte dieses Solidaritäts-Projekt auch beschränkt werden, weil mit dem Lohn jeder arbeitsfähige Bedürftige, neben seinen sonstigen staatlichen Transferleistungen, satt werden kann, ohne die Hilfe der Tafeln in Anspruch nehmen zu müssen.

Vielleicht muss diese Idee noch verfeinert und tiefgründiger ausgearbeitet werden, aber der Denkansatz ist doch erstmal richtig. Oder? Die möglichen Synergieeffekte aus einem solchen Projekt wollen wir hier gar nicht weiter ausleuchten, aber der eine und andere Hilfsbedürftige würde gewiss eine feste Anstellung finden, wenn ein Firmeninhaber einen anständigen, gewissenhaften und fleißigen Arbeitnehmer erkennt.

Frohe Weihnachten!

3 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Freunde // Nov 17, 2010 at 12:31

    Wir schätzen ihre Analysen und ihren Pragmatismus sehr! Sie werden es schon schaffen.

  • 2 Star // Nov 18, 2010 at 06:41

    Fast perfekte OPD! :-)

    Sie werden die Welt schon aus den Angeln heben. Merci!

  • 3 Tresor // Nov 18, 2010 at 21:36

    Eine glänzende Idee mit Blick über den Tellerrand. Ausgezeichnet!

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