Denkfabrik für Weltverbesserer

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„Wenn ich König von Deutschland wär …“ (79)

30. April 2011

… würden hier keine zigtausend Alleebäume gefällt werden, wenn es EU-Bürokraten gern so hätten. Die “Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ sieht vor, an allen Alleestraßen die saniert werden sollen, 7,5 Meter Freiraum zu Bäumen einzuplanen. Begrenzt man die Geschwindigkeit auf unter 80 km/h, sollen es immer noch 4,50 Meter Platz vom Straßenrand zum nächsten Baum sein. Die Umsetzung dieser EU-Richtlinie bedeutet die sichere Kettensäge für viele tausend Alleebäume von Rügen bis Reichenau.

Spätestens bei der nächsten Baumaßnahme sollen die Bäume weg, wenn es nach dem Willen der EU-Bürokraten geht. Kommunen die sich gegen die Abholzung ihres alten Baumbestandes wehren, müssen möglicherweise auf EU-Fördergelder zum Straßenbau verzichten.

Der offizielle Grund der EU-Regelung dürfte klar sein: Baumunfälle waren auch 2009 immer noch die häufigste Einzelursache von tödlichen Verkehrsunfällen in Deutschland. Breitere Straßen und etwas weiter weg stehende Bäume sollen helfen, Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang zu minimieren.

Kein Mensch hätte etwas dagegen, neue Alleebäume in Zukunft 7,50 Meter neben der Straße anzupflanzen, aber die Abholzung eines alten Baumbestandes sollte nur im allergrößten Notfall vorgenommen werden. Vielleicht lassen sich nicht alle Bäume retten, aber mit etwas gutem Willen und viel Fingerspitzengefühl bestimmt der größte Teil. Auf etwas schmaleren Alleestraßen würden Geschwindigkeitsbeschränkungen (80 km/h oder 70 km/h) helfen. In Kurven 60 oder 50 km/h. Eingeschaltetes Abblendlicht oder Tagfahrscheinwerfer sollten zur Pflicht auf allen Alleestraßen werden.

Altgewachsene Baum-Alleen sind ein Markenzeichen für viele Regionen in ganz Deutschland. Sie steigern die Erlebnisqualität der Landschaft und stellen ein wertvolles Wirtschafts- und Kulturgut dar. Es ist wie ein Rausch, durch die grünen Tunnel der Alleen zu fahren. Rund 100 Jahre alte Bäume verschränken ihre Äste über der Straße und bilden so ein schützendes Dach, durch das nur vereinzelt das Sonnenlicht bricht. Von Kap Arkona auf der Insel Rügen bis zur Insel Reichenau im Bodensee säumen Jahrhunderte alte Bäume wie ein grünes Band den Wegesrand. Genau unter diesem Laubdach verläuft mit rund 2.500 Kilometern Deutschlands längste und grünste Ferienstraße. Sie präsentiert sich mit einer unerschöpflichen Vielfalt an Eindrücken.

Gibt es ein beschaulicheres Fahrerlebnis, als gemütlich durch eine stattliche Allee mit einem geschlossenen, Schatten spendenden Laubdach zu chauffieren? Lieber würden wir unbelehrbaren Rasern, Trunkenbolden und Verkehrsteilnehmern, die immer wieder rücksichtslos überholen, die Ohren mal richtig lang ziehen, als unsere prächtigen Alleestraßen abzuholzen.

Die Eckpunkte und Ausgestaltung aller hier dargelegten Reformideen würden wir selbstverständlich auch unseren Landsleuten zur Diskussion und Lösungsfindung anheimstellen.

Mitdenken? Mitreden? Mitgestalten? Mitentscheiden? Bei uns ausdrücklich erwünscht!

So würde die OPD regieren, wenn sie „König von Deutschland“ wär.

(79 von 100)

10 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 grüner Daumen // Apr 30, 2011 at 21:03

    Ein Blattschuss! Klare Zielstellung. Klare Ansagen. Hier wird geklotzt, nicht gekleckert.

    LG C.

  • 2 rüdiger.m. // Apr 30, 2011 at 22:46

    So `ne Gülle kann ja nur von der EU sein. Dorthin schieben die Parteien ihre ausgelutschten Funktionäre. Brüssel ist nicht mehr als das teure Endlager für abgebrannte Politiker. Wegen dieser Penner werden jetzt bei Erweiterungen oder Straßenneubauten vielerorts keine Bäume mehr am Fahrbahnrand gepflanzt.

    EMPÖRT EUCH!!!!!!

  • 3 Frank_ // Apr 30, 2011 at 23:01

    Pragmatisch und grün. Gefällt mir hier.

  • 4 Imke // Apr 30, 2011 at 23:45

    Dann lieber in den schönen Alleestraßen etwas langsamer fahren, wenn die alten Bäume dadurch stehen bleiben dürfen. Finde ich auch richtig.

  • 5 Bernadette // Mai 1, 2011 at 07:55

    KEINE Abholzung alter Kulturlandschaften für mehr Sicherheit im Straßenverkehr! Runter vom Gashebel! Härtere Strafen für rücksichtslose Autofahrer! JETZT!Anmerkung der OPD: Schon Mitglied? ;-)

  • 6 Limbo // Mai 1, 2011 at 09:11

    Es sind ja leider nicht nur die „Idioten“ die bei manchen Baum-Unfällen „über die Klinge springen“, verehrte OPDler. Was ist mit den unbeteiligten, unschuldigen Verkehrsteilnehmern?

    Anmerkung der Redaktion: Das ist schlimm, ja. Aber sollten wir deshalb alle Häuser abreißen, damit Fußgängern in Zukunft keine Dachziegel mehr auf den Kopf fallen?

  • 7 Bernadette // Mai 1, 2011 at 13:09

    KEINE Abholzung alter Kulturlandschaften für mehr Sicherheit im Straßenverkehr! Runter vom Gaspedal! Härtere Strafen für rücksichtslose Autofahrer! JETZT!!
    Anmerkung der Redaktion: Schon Mitglied? ;-)

  • 8 Klarname // Mai 1, 2011 at 17:41

    Alle Blödokraten in einen Sack….

  • 9 Berthold // Mai 6, 2011 at 17:07

    Lebensqualität und Gerechtigkeit sollten unsere höchsten Güter sein, nicht logistische Infrastruktur. Ich stimme dem Vorredner zu: Brüssel wird vollends zum Endlager für ausgediente Politiker. Die Zahl der Rechtsnovellen die für Europa spürbare Vorteile haben lassen sich an einer Hand abzählen. Fürchterlich, sowas.

  • 10 „Es ist relativ einfach die Welt zu verändern. Es ist nur nicht ganz billig …“ // Jun 21, 2011 at 18:16

    […] bedeutet die sichere Kettensäge für viele tausend Alleebäume von Rügen bis Reichenau. Kapitel 79 würde durchgeplant und umgesetzt […]

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