Denkfabrik für Weltverbesserer

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„Wenn ich König von Deutschland wär …“ (93)

22. Mai 2011

… gäbe es hier nur einen der Drogen verkauft, und das wäre der Staat, weil die bisherige Drogenpolitik als gescheitert anzusehen ist. Ein bisschen bekloppt darf ruhig jeder sein, warum allerdings alle deutschen Regierungschefs jedes Jahr tonnenweise beschlagnahmtes Kokain und Heroin vernichten, anstatt „die Ware“ nach chemischer Untersuchung, Reinheitskontrolle und Medizinalisierung über Ärzte, Psychologen und Sozialpädagogen, kontrolliert an den schwersüchtigen Mann (und die Frau) zu bringen, das ist – auch als Kaufmann – nicht zu begreifen. Ein Hinweis: In diesem Kapitel wird ausschließlich der Umgang mit „harten Drogen“ behandelt, da wir bereits an dieser Stelle das Thema um „weiche Drogen“ aufgearbeitet haben.

Die dummen Deutschen (Italiener, Franzosen, Amerikaner etc.) liefern sich seit jeher ein wenig erfolgreiches Katz-und-Maus-Spiel mit der Drogenmafia und ihren Dealern, anstatt „den Laden“ selbst zu übernehmen und dadurch Kontrolle über den Markt, Suchtkranke und Beschaffungskriminalität zu erlangen. So doof muss man erstmal sein, oder stecken deutsche Spitzenpolitiker mit der Drogenmafia unter einer Decke? Das wollen wir aber nicht hoffen …

Der Internationale Drogenhandel wird dem Bereich der Organisierten Kriminalität zugeordnet. Der Umsatz von illegal verkauften Drogen wird jährlich auf mehrere hundert Milliarden US-Dollar geschätzt. Vergleichbar erzielt, nach den Angaben der Drug Enforcement Administration (DEA), nur das weltweite Erdölgeschäft den gleichen Umsatz. Laut Aussagen des Bundesnachrichtendienstes (BND) ist der internationale Drogenhandel das bedeutendste Deliktfeld der Organisierten Kriminalität, in dem mehr als die Hälfte aller weltweiten Umsätze der Organisierten Kriminalität getätigt werden. Die Drogenwege laufen über internationale Händler, nationale Händler, Zwischenhändler an den Konsumenten bzw. Abhängigen.

Es gibt Schätzungen, nach denen in Deutschland jedes Jahr etwa 20 Tonnen Kokain verbraucht werden. Allein in Berlin soll es 30.000 regelmäßige Kokainkonsumenten geben. Der Marktpreis für ein Gramm Kokain schwankt je nach Region zwischen 40 und 90 Euro. Gehen wir mal von 50 Euro Straßenverkaufspreis pro Gramm Koks aus, stehen hinter den jährlich verbrauchten 20 Tonnen Kokain eine Milliarde Euro Umsatz, den Kriminelle unter sich aufteilen. Verkauft der Staat die beschlagnahmten Drogen zu etwa einem Drittel des üblichen Preises an Suchtkranke, sagen wir: für 20 Euro pro Gramm Kokain, ließe sich mit den Einnahmen in jeder größeren Stadt kostendeckend eine staatliche Abgabestelle einrichten. Nach dem gleichen System würden wir suchtkranke Menschen mit Heroin, Cannabis, Marihuana Crack, Crystal, LSD etc. versorgen.

Noch etwas wäre denkbar, damit die hohe Beschaffungskriminalität nahezu komplett versiegt: Eine kostenlose Abgabe aller Drogen an Schwersüchtige. Das hinge allerdings von der Haushaltslage ab. Funktioniert unsere Arbeitsmarktreform, das „400-Euro-Gesetz“ und der „Gral der Staatssanierung“ flusenfrei, wäre eine kostenlose Abgabe möglich und denkbar.

Die Vorteile im Überblick:

1. Mit den staatlichen Einnahmen aus dem kontrollierten Verkauf von sauberen Drogen würden wir evtl. die gesamten Kosten für notwendige Entzugs-, Therapie- und Nachsorgeangebote bewältigen können. Dadurch würde der Steuerzahler entlastet werden. Mehr Geld für soziale Projekte würde frei werden.

2. Einige Dealer strecken und verunreinigen harte Drogen mit teils lebensgefährlichen Stoffen, wie z. B. mit Levamisol, Lidocain, Tetracain oder dem Nervengift Strychnin, um mehr Profit zu machen. Die Folge: lebensgefährliche Erkrankungen und Todesfälle. Bei einer staatlich kontrollierten Drogen-Abgabe wäre eine klinisch getestete, gleichbleibende Qualität „der Ware“ gewährleistet. Dadurch: Weniger Infektionen, Erkrankungen (z. B. Hepatitis C) und Todesfälle, auch deshalb, weil jeder Suchtkranke täglich saubere Spritzen und Desinfektionsmittel erhält. Damit könnte auch die Ausbreitung von AIDS etwas eingedämmt werden.

3. Die kontrollierte Abgabe „harter Drogen“, betreut von Ärzten, Sozialarbeitern (Streetworker) und Psychologen, könnte einem verantwortungsvollen Umgang mit der Sucht Vorschub leisten. Stichwort: Aufklärung. Vielen Suchtkranken würde das eine oder andere Gespräch mit einem Sozialarbeiter oder Psychologen gut tun. Man könnte, bei einem Kaffee oder Tee, über Ausstiegsmöglichkeiten, einen Therapieplatz, eine Beschäftigung, eine Wohnung oder generell über neue Zukunftsperspektiven, ein drogenfreies Leben sprechen. Dem Dealer ist das Schicksal seines Konsumenten völlig egal.

4. Der organisierten Kriminalität – meist ausländischer Banden – würde eine wichtige Einnahmequelle entzogen werden. Die Drogenmafia würde weniger Waffen und Munition kaufen können, um damit u. U. auch blutige Bürgerkriege in ihren Heimatländern zu finanzieren. Mit der staatlich kontrollierten Abgabe von Drogen würden islamistische Terrororganisationen (al-Qaida, Taliban) ihre wichtigste Finanzierungsquelle verlieren. Das organisierte Verbrechen würde empfindlich getroffen werden, wenn viele Industriestaaten der deutschen Drogenpolitik folgen würden.

5. Würden drogensüchtige Menschen ihren „Stoff“ zu einem Drittel des Straßenverkaufspreises erhalten, bräuchten sie auch nur noch für ein Drittel anschaffen, einbrechen, rauben und klauen zu gehen. Die Beschaffungskriminalität würde zurückgehen. Allein in Frankfurt am Main soll es über 4.000 (!) polizeilich registrierte Drogensüchtige geben. Wenn jeder von denen nur 100 € am Tag für die Finanzierung seiner Sucht benötigt, beträgt der jährliche Schaden in der Frankfurter Region rund 146 Millionen Euro. Zieht man von der Summe noch diejenigen ab, die ihre Sucht durch eine normale Arbeit oder durch Prostitution finanzieren, bliebe immer noch ein gigantischer Schaden zurück, den wir alle durch u. a. höhere Versicherungs- und Krankenkassenbeiträge mitfinanzieren.

6. Suchtkranke Menschen, die ihre Drogen zu durch ehrliche Arbeit finanzierbaren Preisen konsumieren können, würden weniger Schäden am Gemeinwesen anrichten, auch sich selbst weniger Stress aussetzen. Stichwort: Illegalisierung von Arbeitsplätzen. Wegfall der Einnahmen aus Arbeitslosen- und Krankenversicherung, Lohn- und Einkommenssteuer, ALG-II-Ansprüche etc. Zudem würden die volkswirtschaftlichen Kosten für den Justizapparat (Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte, Gefängnisse) sinken.

7. Ein wirksamer Jugendschutz erfordert die staatliche Kontrolle. Wer die Abgabe kontrollieren möchte, muss die Abgabe kontrollieren können. Mit einer staatlichen Alters-, Qualitäts- und Zugangskontrolle wäre ein effektiverer Jugendschutz als heute möglich.

8. Bricht der organisierten Kriminalität ihre wichtigste Einnahme weg, würden auch weniger Beamte und Entscheidungsträger bestochen werden. Die Korruption wäre empfindlich getroffen. Die heutige Drogenpolitik beschränkt weniger den Konsum von Drogen, als vielmehr der Ausbildung und dem Wachstum organisierter Kriminalität Vorschub geleistet wird. Muss das so bleiben?

9. Kontrolliert der Staat die Drogensucht seiner Bürger, hätten Behörden eine Handhabe, bei – oft mit Drogenkonsum einhergehenden – Frühmanifestationen psychosozialer Fehlentwicklungen früher und effizienter zu intervenieren, als dies sonst möglich wäre.

10. Schlussendlich würden viele neue Arbeitsplätze in ganz Deutschland entstehen, wenn der Staat den aus dem Ruder gelaufenen Drogenmarkt in die Hand nimmt, regelt und steuert.

Noch Fragen?

Die Eckpunkte und Ausgestaltung aller hier dargelegten Reformideen würden wir selbstverständlich auch unseren Landsleuten zur Diskussion und Lösungsfindung anheimstellen.

Mitdenken? Mitreden? Mitgestalten? Mitentscheiden? Bei uns ausdrücklich erwünscht!

So würde die OPD regieren, wenn sie „König von Deutschland“ wär.

(93 von 100)

10 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 controller1 // Mai 22, 2011 at 21:04

    Was soll das werden?

    Anmerkung der Redaktion (Nachtschicht): Neue Wege gehen. Bessere

  • 2 Huxley // Mai 22, 2011 at 22:37

    Daumen hoch, wenn der Rest nicht schlechter wird. Alkohol hat ein viel höheres Potential, Familien zu zerstören oder andere Menschen im Umfeld des Abhängigen zu beeinflussen. Zudem verursacht die flüssige Volksdroge weitaus höhere Folgekosten für das Gesundheits- und Sozialwesen, als die illegalen Drogen Heroin, Crack oder Koks. Das Zerstörungspotential von Ecstasy ist sogar nur ein Achtel mal so hoch wie das von Alkohol. Warum also nicht etwas von dem Milliardenkuchen abschneiden, um mehr Geld für soziale Projekte und Drogen-Therapien zur Verfügung zu haben?

  • 3 Jacke wie Hose // Mai 23, 2011 at 07:47

    Mehr Geld in die kindliche Früherziehung und in das Vereinswesen stecken, dann greifen weniger Menschen zu Drogen.

  • 4 Bernadette // Mai 23, 2011 at 11:39

    @ Jacke wie Hose

    Stimmt genau. Das ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen. Eine von vielen ….

  • 5 Frank_ // Mai 23, 2011 at 20:36

    @ OPD: Kommt der Rest des Kapitels heute noch?

    Antwort der Redaktion: Wir wissen es noch nicht, da es ein umfangreicheres Kapitel ist, und wir alle „nebenbei“ noch in Vollzeit arbeiten gehen.

  • 6 HFC // Mai 23, 2011 at 22:16

    KEINE MACHT DEN DROGEN! :-)

  • 7 Pilgrim96 // Mai 24, 2011 at 12:13

    Gut und schön, aber übers Jahr werden in D keine 20 Tonnen Kokain beschlagnahmt. „Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“

    Antwort der Redaktion: Das fehlende Kokain kaufen wir den „dummen“ Italienern, Franzosen, Amerikanern, Mexikanern etc. ab, bevor die es in den Ofen schieben. Und falls die Luschen es uns nachtun würden, weil denen ein paar Gehirnwindungen nachgewachsen sind, dann importieren wir das fehlende Kokain aus den bekannten Anbauländern. Fair Trade, versteht sich. Das wird gleich mit kontrolliert. Und siehe da: Faire Löhne und Zukunftsperspektiven in Entwicklungsländern bedeuten auch weniger Flüchtlinge und Asylbewerber für uns.

  • 8 Mitleser // Mai 24, 2011 at 13:51

    Mit diesem Kapitel, werte OPD, machen Sie ihrem Namen, die „beste Partei der Welt“ sein zu wollen, alle Ehre. Daumen hoch und verbundene Grüße aus NRW!

  • 9 Caroline // Mai 24, 2011 at 17:49

    Wo darf ich mein Kreuz machen?

  • 10 „Es ist relativ einfach die Welt zu verändern. Es ist nur nicht ganz billig …“ // Jun 21, 2011 at 10:55

    […] der Staat den aus dem Ruder gelaufenen Drogenmarkt in die Hand nimmt, regelt und steuert. Kapitel 93 würde durchgeplant und umgesetzt […]

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