Denkfabrik für Weltverbesserer

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„Wenn ich König von Deutschland wär …“ (94)

25. Mai 2011

… gäbe es keine größeren Probleme mit liegen gelassenen Hundehaufen in unseren Städten und Gemeinden, in Parks, auf Straßen und Bürgersteigen mehr. Das ganze Land wäre nahezu häufchenfrei. Garantiert!

Es ist ein Dauerproblem in ganz Deutschland: Die Hundehaufen, die auf Gehwegen, in Grünflächen und sogar auf Spielplätzen herumliegen. Ärgerlich, wenn Kinder den klebrigen, krankheitserregenden Mief mit ihren Schuhen in die Wohnung tragen, weil die eben nicht so achtsam um den Hundekot herumlaufen wie Erwachsene.

Wenn Kinder mit braunen, stinkenden Füßen vom Spielen zurückkommen, packt manche Eltern die Wut. Rufe nach höheren Hundesteuern werden laut. Eine faire Lösung wäre dies aber nicht, da es auch viele pflichtbewusste Hundehalter gibt, die sich vorbildlich um die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge kümmern, den Kot vorschriftsmäßig entsorgen. Eine höhere Hundesteuer würde also auch anständige und gesetzestreue Tierhalter treffen. So geht das nicht …

Mehr Hundekotmaschinen fordern Politiker und Bürger. In Berlin sind die schon im Einsatz. Knapp eine Million Euro Kosten laufen für die 13 Rüsselfahrzeuge im Jahr auf – ohne Anschaffungspreis der Spezialmaschinen. Das ist kein Pappenstil. Mehr Hundekotmobile anzuschaffen bedeutete aber auch höhere Straßenreinigungsgebühren für alle, auch für die Bürger ohne vierbeinige Freunde. Wäre das gerecht? Nein.

Mehr Tütchenspender sollen helfen, liest man. Ein Witzbold aus der Hauptstadt will flächendeckend Beutelspender installieren. Veranschlagter Kostenpunkt: „Ein Euro pro Berliner pro Jahr“, also rund 3,5 Millionen Euro. Leider werden viele Automaten ‚fremd‘ geplündert, da einige Mitbürger/innen alles einstecken und mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist. Ergo: Keine Tütchen gratis mehr. Wer mit seinem Hund unterwegs ist, ohne eine Tüte dabei zu haben, zahlt 30 Euro Bußgeld. Punkt.

„Leider sind nicht immer entsprechende Abfallbehälter in der Nähe beziehungsweise nutzbar auf Grund von Überfülle“, kritisieren einige Hundehalter. In Ordnung. Für die gezahlte Hundesteuer können Tierfreunde auch eine entsprechende Gegenleistung erwarten. An jedem Parkeingang und -ausgang, an jeder Wiese oder Grünfläche etc. sollte zumindest eine Dog-Station (Hunde-Toilette) stehen, die auch regelmäßig geleert wird. Nichtsdestotrotz dürfen Hundehalter ihre Gassi-Beutel nicht irgendwo ablegen oder gar in die Büsche werfen, wenn keine Hunde-Toilette in Sichtweite steht. Dann müssen die Tüten eben mit nach Hause genommen, bzw. irgendwo unterwegs fachgerecht entsorgt werden. Punkt.

Hundekot liegen zu lassen ist eine bußgeldwürdige Ordnungswidrigkeit und in den meisten Kommunen sind die Ordnungs- oder Gemeindeämter dafür zuständig, Ordnungswidrigkeiten wie Falschparken, Verstöße gegen das Rauchverbot, Säumnisse bei der Schneeräumpflicht oder eben liegen gelassene Hundehaufen zu ahnden. Soweit so klar. Doch mit diesem Pflichtenkatalog beginnt bereits das Problem: Rücksichtslosen Hundehaltern sowie ihren kleinen und großen Freunden auf den Pelz zu rücken ist nun nicht gerade die Hauptaufgabe der Ordnungsämter, da reden die zuständigen Stadträte auch nicht lange drum herum. „Ganz weit unten in der Prioritätenliste“ stehe das Thema bei den Streifen des Ordnungsamtes. Neben der Hundekotproblematik sei „eine Vielzahl von Aufgaben zu bewältigen“. Das Handtuch ist bereits geworfen …

Bevor wir auf den Kern der Sache kommen …

1. Wie bereits angeführt, halten wir es für sinnvoll ein Bußgeld von 30 Euro einzufordern, wenn im öffentlichen Raum ein Hundehalter ohne Tüte angetroffen wird, in die der Hundekot des Vierbeiners entsorgt werden kann. Gratistüten würde es bei uns nicht mehr geben. Da fällt auch gleich die Ausrede ins Wasser, dass die Tütenbox leer war.

2. Mit Wischiwaschi-Bußgeldern oder Könnte-kann-eventuell-vielleicht-Bestimmungen ist dem Hundekotproblem in unseren Städten und Gemeinden nicht beizukommen. Wer den Hundehaufen seines Vierbeiners nicht bzw. falsch entsorgt, sollte 70 Euro Bußgeld zahlen. Wer mit seinem Liebling ab Dämmerung Gassi geht, sagen wir: unter 4000 Lux, weil man im Schutz der Dunkelheit sowieso nicht kontrolliert wird, zahlt 100 Euro Bußgeld.

3. Wie immer gilt: Eltern haften für ihre Kinder.

Zur Sache, Schätzchen. Wenn Kommunen dem Hundekotproblem hilflos gegenüber stehen, das Handtuch geworfen haben, hilft nur noch eins: Bürgerengagement.

Jeder, der einen Hundehalter dabei erwischt, den Kothaufen seines Tieres nicht ordnungsgemäß entsorgt zu haben, und den Vorgang beweiskräftig auf Video aufgezeichnet hat, erhält den vollen Anspruch auf die 70 Euro Bußgeld, die der Hundehalter zu zahlen hat. Steuerfrei, aus einem Sonderfond für mehr Bürgerengagement zur Kriminalitätsbekämpfung. Kann der überführte Hundehalter das Bußgeld nicht an Ort und Stelle bezahlen, muss das zuständige Ordnungsamt oder die Polizei gerufen und hinzugezogen werden. In diesen Fällen erhöht sich das Bußgeld um weitere 50 Euro Verwaltungsgebühr für die Kommune.

Wehrt sich der überführte Hundehalter gegen die Ansprache des heimatverbundenen Mitbürgers, oder versucht er gar wegzulaufen, darf der Bürger – notfalls mit Gewalt und Pfefferspray – festgesetzt werden, bis das Ordnungsamt oder die Polizei eintrifft. Punkt.

Zusätzlich zum 70-Euro-Bußgeld müsste jeder gesetzlose Hundehalter zehn weitere Kothaufen auflesen und entsorgen. Auch wenn er dafür fünf Straßen oder den halben Park ablaufen müsste. Wer sein Bußgeld nicht bezahlen könnte, weil der Verdienst oder die Rente zu gering ausfallen, bekäme die Gelegenheit den Betrag abzuarbeiten, am Wochenende oder nach Feierabend, bei Privatpersonen, Vereinen oder Unternehmen in seiner näheren Wohngegend. Da fällt uns schon was ein …

Wiederholungstäter wandern 24 Stunden in den Warnschussarrest + 50 Euro Verwaltungsgebühr für die Kommune. Die Speerspitze für mehr Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit, von Flensburg bis zum Bodensee, würde eine bundesweite Bürgerwehr sein. Der endgültige Name steht noch nicht fest. Vielleicht Bürger-Engel, Blockwart, Heimatschützer oder Kiezläufer. Aber das ist bereits ein ganz anders Kapitel. Vielleicht eines der kommenden Woche …

P.S.: Eine nachhaltige Lösung des Hundekotproblems ist letztendlich nur durch eine Änderung des Bewusstseins und der Einstellung der sich nicht an Recht und Gesetz haltenden Hundebesitzer zu erreichen. Unsere Reformideen mögen einigen Menschen hart oder gar überzogen vorkommen, aber hilfreicher als alle bisherigen Konzepte und Ideen sind sie allemal. Nur mit einer sozialen Kontrolle durch Passanten und andere Hundehalter – durch bürgerschaftliches Engagement – werden wir das Hundekotproblem und viele andere Missstände in unserem schönen Land lösen können.

Da wir alle Hunde, ob Mischling oder Züchterkauf gleichlieb haben, große Tierfreunde sind, würde es ganz bestimmt mehr Hundeauslaufwiesen als heute geben, damit die lieben Vierbeiner auch mitten in der Stadt mal einen schönen Sprint hinlegen können.

Die Eckpunkte und Ausgestaltung aller hier dargelegten Reformideen würden wir selbstverständlich auch unseren Landsleuten zur Diskussion und Lösungsfindung anheimstellen.

Mitdenken? Mitreden? Mitgestalten? Mitentscheiden? Bei uns ausdrücklich erwünscht!

So würde die OPD regieren, wenn sie „König von Deutschland“ wär.

(94 von 100)

26 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Gast HH // Mai 25, 2011 at 21:55

    Top-Thema! Die Richtung stimmt.

  • 2 Manuel C. // Mai 25, 2011 at 22:13

    Tütchen weg, Fähnchen her!?

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extra3205.html

    Hoffe doch, dass der OPD mehr zu diesem Thema einfällt als der dümmlichen FDP.

    Anmerkung der Redaktion (Nachtschicht): Wir werden Sie nicht enttäuschen.

  • 3 knaufler, g. // Mai 25, 2011 at 22:35

    Diese Hundehaufen sind ekelhaft. Jeder Bürgersteig ist zugekotet. Mit DNA-Tests wollt ihr aber nicht punkten, oder?

    Antwort der Redaktion: Nein, wir sind Pragmatiker und keine Bürokraten.

  • 4 Chris // Mai 25, 2011 at 23:01

    In Oberhausen gibt es mittlerweile über neuntausend Hunde. Hier liegt so viel Hundekot, da muss man aufpassen wohin man tritt. Abartig. Angesprochene Hundehalter fauchen einen dann noch an, wenn man sie höflich auf die Hinterlassenschaften anspricht. „Ich zahle ja Steuern“. Solche Leute müsste man direkt mit ihrer Nase in die Kothaufen ihrer Hunde stecken. Richtig tief rein. L.Gr.

  • 5 Frau Schulze // Mai 25, 2011 at 23:34

    Ihr macht es ganz schön spannend ;-)

    Anmerkung der Redaktion: Nicht bewusst. Uns fehlt nur die Zeit.

  • 6 Feldjäger // Mai 26, 2011 at 07:32

    Ausgezeichnet! Keine Tüte dabei = 30 € Bußgeld. So wird ein Schuh draus. Autofahrer ohne Warndreieck oder Verbandskasten zahlen schließlich auch einen Obolus für ihre Nachlässigkeit.

    Daumen hoch.

  • 7 Volvofahrer // Mai 26, 2011 at 09:01

    Es wird viel zu wenig kontrolliert. Falschparker werden abgezockt aber notorische Hundekackeliegenlasser bleiben so gut wie immer unbehelligt. Es sollte eine Geldstrafe eingefordert werden die richtig weh tut. Ansonsten lernen diese Leute es nicht. Das Ohne-Tütchen-Bußgeld wäre ein guter Anfang.

  • 8 Doug // Mai 26, 2011 at 13:16

    @Chris – Das mit der Nase und der Kacke gefällt mir. Nie wieder würden die was liegen lassen…..

  • 9 BB72 // Mai 26, 2011 at 21:44

    Wenn diese Reformidee umgesetzt wird, kündige ich meinen Job und gehe nur noch auf Hundehalterkackeliegenlasserjagd :-)

    Anmerkung der Redaktion: Sie würden in sehr kurzer Zeit viel Geld verdienen, aber nach spätestens einem Jahr gäbe es fast keine „Hundehalterkackeliegenlasser“ mehr. Die kleinen Häufchen wären wie vom Erdboden verschluckt. Ausgestorben …

  • 10 Manuel C. // Mai 26, 2011 at 22:23

    @ die OPD

    Meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Danke und Daumen hoch!

  • 11 Gast HH // Mai 26, 2011 at 22:54

    I LOVE OPD!

  • 12 x X x // Mai 26, 2011 at 23:08

    Ihr Bluthunde glaubt doch nicht daß ihr damit durchkommt!

    Anmerkung der Redaktion (Nachtdienst): Doch, glauben wir. Dazu gibt es keine Alternative. Wenn unsere asoziale Drecksregierung damit durchkommt, dass wir E10-Scheissdreck-Biosprit tanken, während in Indonesien und anderswo die Regenwälder für riesige Ölplantagenmonokulturen abgeholzt und abgebrannt werden, dann kommen wir irgendwann auch mit jeder unserer Reformidee durch. Das wäre ja gelacht …

  • 13 Wutbürger // Mai 26, 2011 at 23:55

    DAUMEN HOCH!

  • 14 m.k. // Mai 27, 2011 at 06:40

    Blattschuss!

  • 15 Simon // Mai 27, 2011 at 08:16

    So sieht eine „Reform-Axt“ aus.

  • 16 Jákup // Mai 27, 2011 at 09:03

    Dabei ist es so einfach den „Hundeschiet“ wegzumachen, wenn die Menschen nur nicht so bequem wären. Die Einwegbeutel bekommt man überall zu sehr günstigen Preisen. 70 € Bußgeld sind noch human, wenn jemand die Exkremente seines Hundes nicht wegräumt. Grüße aus Lübeck.

  • 17 Frau Schulze // Mai 27, 2011 at 10:38

    Mein lieber Scholli! Das haut rein. Hart aber gerecht. Dann dürfte der Absatz von Videokameras und Pfefferspray in die Höhe schnellen. Das belebt den Binnenmarkt :-)

  • 18 gesagt, getan // Mai 27, 2011 at 11:06

    @ x X x

    Besser Bluthunde als ein „weiter so!“

  • 19 KALA // Mai 27, 2011 at 12:21

    Einmal hier gelesen, stechen einem gleich die Schwächen der Altparteien ins Auge. Ich spucke auf den Bundestag. Alles Betrüger, Absahner und Feiglinge.

  • 20 Larkynos // Mai 27, 2011 at 17:16

    Im Frankenland kosten liegengelassene Hundehaufen bis zu 500 Euro: http://www.frankenpost.de/lokal/fichtelgebirge/selb/art2457,1206149 – aber was nützen harte Strafen wenn fast niemand kontrolliert. Die Idee, dass jeder Bürger sich die 70 Euro (steuerfrei) holen kann, ist einfach GENIAL.

  • 21 navras9 // Mai 27, 2011 at 19:31

    @ BB72
    Ganz so einfach würde das Geldverdienen nicht sein, wie man hier nachlesen kann. Oder hier.

  • 22 Rita // Mai 27, 2011 at 20:02

    „Einmal feucht durchwischen, bitte!“ :-)

  • 23 BB72 // Mai 27, 2011 at 22:05

    @ navras9

    Mir ist wohl bewusst, dass der Job nichts für Zartbesaitete ist. Etwas Training und gute Reflexe sollten vorhanden sein, vor allem wenn man die Halter dieser niedlichen Vierbeiner zur Rechenschaft ziehen will.

  • 24 MinaScha' // Mai 28, 2011 at 09:41

    „Wiederholungstäter wandern 24 Stunden in den Warnschussarrest + 50 Euro Verwaltungsgebühr für die Kommune.“ Das ist der Kern der Sache. Welcher Hundefreund will schon einen Tag von seinem Tier getrennt sein. Rabiat der Einsatz von Gewalt und Pfefferspray, doch alternativlos, wenn asoziale Hundehalter weglaufen wollen. Dann wäre ja die ganze Reformidee eine Luftnummer. Die OPD schließt jedes Schlupfloch. Doppeldaumenhoch!!

  • 25 Frank_ // Mai 30, 2011 at 11:24

    Wirklich clever: Die vielen Stunden die man mitunter unterwegs ist, werden nicht bezahlt. Auch nicht die Anschaffung der Videotechnik. Nur wenn ein Hundekotliegenlasser überführt wird, gibt es Geld. Wie geil ist das denn?

    Die OPD ist die beste Partei der Republik.

  • 26 „Wenn ich König von Deutschland wär …“ (98) // Jun 2, 2011 at 15:36

    […] überlassen. Neu wäre, dass sich überall Menschen mit einem ausgeprägten Gerechtigkeits- und Ordnungssinn zusammentäten, um ihr Umfeld – im Interesse einer höheren Lebensqualität, Sicherheit und […]

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